Archiv für Angst

Die ganze Welt ist ein Friedhof

Posted in Allgemein with tags , on 17. März 2010 by Karin Wess

Die ganze Erde, auf der wir leben, ist ein Friedhof. Ein immens großer Friedhof all dessen, was gewesen ist. Wenn wir anfangen würden zu graben, fänden wir überall zu Staub zerfallene Knochen, die Überreste des Lebenes. Millionen und Abermillionen Lebewesen. Und dennoch sind sie alle da. Wir laufen ständig über einen unendlich großen Friedhof. Das ist eigenartig, denn wir stellen uns Friedhöfe immer wie Orte der Trauer vor, Orte des Leidens und der Tränen. Dieser immense Friedhof aber, die Erde, ist wunderschön! Mit all den Blumen, die darauf wachsen, mit all den Ameisen und Elefanten, die darüberlaufen.

Auch wenn es nicht meine Gedanken sind, finde ich sie wunderschön und sie haben mir schon über viele traurige Momente der letzten Monate hinweggeholfen. Die Passage ist aus dem Buch „Das Ende ist mein Anfang“. Es erzählt die Geschichte von Tiziano Terzani, einem italienischen Schriftsteller und Journalisten der seinem Sohn von seinem Leben erzählt.

Nichts im Universum geht verloren, alles entsteht aus allem und bleibt immer bestehen, selbst wenn sich die sichtbare Form verändert. Niemand weiß, warum sich die Atome zusammenschließen und uns Atmen lassen. Und niemand weiß, wer ihnen sagt, dass sie ihre Verbindung wieder lösen sollen, nachdem unser Atem versiegte.

Heute geht es mir nicht gut. Ich habe Angst vor Freitag, vor dem letzten Abschied. Kann teilweise kaum Atmen und der Schmerz scheint unerträglich. Doch zu wissen, dass Jana immer überall sein wird, gibt mir ein klein wenig Kraft zu hoffen, dass dieser Tag irgendwann vorübergeht.

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Über den Moment hinaus denken

Posted in Allgemein with tags , , , , , on 1. November 2009 by Karin Wess

Meine Beziehung ist großartig, wunderschön – ja, sogar kitschig! Der Liebe wegen bin ich – auf den Tag genau vor 4 Jahren – aus Wien weggezogen, habe den Job gewechselt, mich in einer neuen Stadt eingelebt und bin endlich zu Hause angekommen. Ja, meine Beziehung ist das, wovon ich immer geträumt habe. Nach langer Suche hatte ich sie gefunden: die wahre Liebe.

Doch Janas Krankheit zehrt an unserem Vorrat an schönen Tagen die uns zur Verfügung stehen, sie zerrt an der Liebe und drängt sich oft zwischen uns. Mal kommt der Müll dazwischen, mal die Waschmaschine. Kleinigkeiten, die bis jetzt bei uns Anlass zum Blödeln waren, geben nun Anlass zum Streit.

Und dennoch… er ist der Mann in meinem Leben, den ich nicht missen möchte. Er ist der jenige, mit dem ich (noch immer) alt werden möchte, und er ist derjenige der das selbe Leid auf so unterschiedliche Art erlebt wie ich.

Die Verletzungen die gerade zwischen uns geschehen, tun zwar weh, aber sie sind vergänglich. Darum hilft es mir immer wieder daran zu denken, was Roman Braun in seinem Blog schreibt: „Über den Moment hinaus denken: Das hilft in schlimmen Momenten, weil es an ihre Vergänglichkeit erinnert, und es hilft in den besten Momenten aus dem gleichen Grund.“