Unbeständig


Ich schreibe hier so unregelmäßig, so unregelmäßig auch meine Gefühle durcheinander kommen. Von 3 Mädchen ist nur noch eines da und in wenigen Tagen schon macht sie ihren ersten Schritt in die große weite Welt der Krabbelstube. Ein Schritt, der ihr garantiert leichter fällt als mir. Sie ist ein so unglaubliches Energiebündel, so selbständig und selbstbewusst, so energisch und bestimmend – das ich mich viel zu oft wieder erkenne. Dabei sehe ich ein Selbst von mir, das so lange und weit zurückliegt, dass es mir vergänglich erscheint.

Das Lachen ist noch nicht wieder so zurück gegekehrt, wie es einst war. Die Liebe zum Leben ist nicht mehr so groß, wie ich sie einst empfand. Dennoch ist sie da. Nicht nur wegen der kleinen Natalie – aber auch. Doch auch die Liebe selbst hat sich verändert. Zu mir, zu meinen Freunden, zu meinem Mann. Die Leichtigkeit ist dem Bewusstsein gewichen. Dem Bewusstsein, dass die Leichtigkeit zerbrechlich ist.

Zu oft denke ich darüber nach, nochmals Mama zu werden. Mit Angst, mit Freude, mit Zukunftszenarien die niemals eintreffen werden. John Lennon soll gesgat haben (oder so ähnlich) „Ich habe viel Schlimmes erlebt in meinem Leben. Das Meiste davon ist niemals eingetroffen“ und spricht damit eben diese Szenarien an, die sich nur im Kopf abspielen.

Ängste, Hoffnungen und Zweifel spiegeln sich nicht nur in meinem Privatleben wider, sondern auch im beruflichen. So sehr ich der Überzeugung war, mich selbständig zu machen, so oft zweifle ich nun an meinem Durchhaltevermögen und an meinem Können. Doch mein Ziel habe ich nicht aus den Augen verloren. Meine gesamte Zieldefinition für 2015, die mir half, viele dunkelgraue Tage zu überstehen, als Zukunftsperspektive hat nachwievor Gültigkeit.

Eines meiner Ziele heißt: „Durch meine erreichten und wahr gewordenen Ziele bin ich anderen Menschen ein positives Vorbild und ich kann mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben.“ Ja, daran glaube ich immer noch – manchmal weniger, manchmal mehr.

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5 Antworten to “Unbeständig”

  1. Pater Elmar Busse Says:

    Wer nicht im Wartezimmer der Zukunft dahinvegetieren will, muss immer wieder Wagnisse eingehen; d.h. auch den Schmerz beim Scheitern schon im Vorhinein bejahen. – Es lohnt sich, diesen inneren Kampf zu kämpfen.

  2. Dein Posting beweist so viel Mut und Weisheit, Kraft und Zuversicht ohne zu vergleugnen.

    Liebe Grüße

  3. Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen:
    Aus reinem Vertrauen zu leben, ohne Daseinssicherung,
    aus dem Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen Welt.
    Wahrhaftig anders geht es heute nicht,
    wenn der Mut nicht sinken soll.

    Rudolf Steiner

    das hab ich von Gabriela, aufeinanderzu,…

    Danke für deine Ehrlichkeit, dein Tragen und deine Liebe
    Danke an all deine drei Töchter

    Herzlichst, Elisabeth

  4. Du bist eine starke Frau mit viel Liebe in dir. Da draußen gibt es so viele einsame kleine Wesen die Liebe brauchen. Vielleicht deine? Ich denke oft an dich und deine Mädchen, da ich selbst von dreien nur noch eine leibhaftig lieben darf. Schicke dir Sonne in die trüben Tage, Susi

  5. Wir sind am 5.6. in Linz gewesen, ich hab wieder eine kleine Blüte in den grossen Fluss geworfen und an Dich, an Euch gedacht.
    Du bist so stark, Du wirst es schaffen! Du wirst irgendwann in der Sonne sitzen und auf Dein Leben zurückschauen… und ich wünsch Dir so sehr, dass Du dann lächeln kannst!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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