Der Besuch


Janas GrabBeinahe schon 3 Wochen war ich nicht mehr am Friedhof gewesen, als ich zum ersten Mal mit Natalie hinging. Irgendwie wollte ich ihr ihre Schwester vorstellen, doch ich war mich auch sicher, dass sie sich ohnehin längst kannten.

Was ich mir von diesem Besuch im Grunde erwartete, weiß ich gar nicht – doch es war einer der schlimmsten überhaupt. Die Leere, dieses unendliche Loch, dass Jana hinterlassen hat, war wieder so stark, so präsent, das es kaum zu ertragen war. Noch immer kann ich nicht verstehen, dass sie nicht mehr bei uns ist. Beinahe 2 1/2 Jahre wäre sie jetzt. Seit über 7 Monaten ist sie nun fort.

Seit fast genauso vielen Monaten schon liegen 4 wunderschöne Alben auf dem Esstisch, umringt von Kalendern, Notizen und rund 300 Bildern. 4 Alben, die darauf warten, endlich mit Janas Geschichte befüllt zu werden. Nur eines ist fertig. Denn immer wenn ich denke „Ja, heute kannst du weiter machen. Heute geht’s dir soweit gut“, bricht alles auf und die Bilder verschwimmen im Tränenmeer. Dann ist es wie beim ersten Besuch mit Natalie an Janas Grab: unendlich schmerzhaft.

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8 Antworten to “Der Besuch”

  1. Und wieder einmal wird einem/mir schmerzhaft bewusst, wie dicht doch Freud und Leid, Leben und Tod bei einander liegen. Wie sehr Du Dich wohl an Deiner süßen Natalie erfreust, und wie sehr Du doch Deine zauberhafte Jana vermissen musst.
    Ach, Karin, fühl Dich fest in den Arm genommen, und sei Dir sicher, dass viele Gedanken/Gebete bei und mit Dir (und auch Jana) sind.
    Liebe Grüße
    Susanne

    • atemzuege Says:

      Liebe Susanne,

      du bringst es so ganz genau auf den Punkt – es zerreist mich manchmal innerlich richtig. Möchte ich doch so gerne beide Flöhe im Arm halten, doch immer wieder muss ich feststellen, dass es nun mal einfach nicht geht. Das Leben spielt nach seinen eigenen Regeln – nicht nach meinen Wünschen, mögen sie auch noch so stark sein.

  2. Liebe Karin
    es ist noch zu früh….die Tränen sind noch nicht geweint. Es werden weniger werden. Es wird in Dir immer traurig bleiben, aber die Verzweiflung wird anders, leichter. Beide Flöhe sind bei Dir. Jana tief im Herzen, Natalie auf dem Arm. Sie sind beide gleich nah. Jede auf ihre Art und Weise, Jana schaut auf Dich, auf Euch und ist dabei. Und ich bin mir sicher, Du spürst ganz tief, dass sie nicht weg ist, dass sie ein Schutzengerl für Natalie ist.
    Ich wünsche Dir so sehr, dass Du die Ruhe finden kannst und ein leises Annehmen von Jana so wie sie jetzt ist. Doch ich weiss auch, dass immerwieder die Verzweiflung und die Sehnsucht da sind. Die Sehnsucht nach Jana, so wie sie war.
    Du hast zwei bezaubernde Kinder
    Und Du schaffst das.
    Liebe Grüsse
    Elisabeth (die sich zur Zeit auch ganz viel mit ihrer Mama „unterhält“, es ist eine Sehnsucht, die ich schon vergessen hatte…)

  3. Liebe Karin,

    ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft. Jana wird immer und überall mit euch sein.
    Mehr wage ich nicht zu schreiben.
    Irgendwie bekomme ich den Satz was ich dir noch sagen wollte einfach nicht hin.
    Kann dir nur von meiner Seite aus etwas erzählen. Meine kleinste Maus erinnert mich so oft an meine geliebte Oma, die mir so sehr fehlt. So oft sehe ich sie in Amina und das gibt mir sehr viel Kraft, als wollte sie mir sagen: „Liebe Diana, auch wenn du denkst ich bin nicht mehr da, schau her ich bin immer Mitten unter euch, wenn auch manchmal nur für einen gefühlten Augenblick.“

    Liebe Grüße
    Diana

  4. Wir waren heute am Grab von Lisas Sternenkind. Sie hat eine Blume aus ihrem Brautstrauss hingelegt. Und Simon sagte ganz laut: Du Baby, da oben im Himmel. Schickst Du mir bald ein Geschwister. Du, ich mein eines das wo dableibt, und dann bist Du unser Himmel-Geschwister für uns zwei….“
    Und dann hat er gemerkt, dass ich schlucken musste:“Oma, hör auf, Du machst unserm Baby Angst mit Tränen…Du musst Amen sagen!“ Na, das hab ich dann getan. Und Enkel, Mama und Oma gingen mit einem Lächeln und haben das Sternenkind im Herzen sowieso überall dabei….
    Ich ahne, wie Du Dich fühlst. Und so wie auch meiner Tochter, wünsche ich Euch, denn Blick eines kleinen Kindes.
    Ich wünsche Euch eine schöne Adventzeit. Nicht weinen….denk an das Schöne zurück, an das was war, und Dir geschenkt wurde….bewahre es im Herzen und trage es weiter
    Elisabeth

    • Das ist sehr schön geschrieben Elisabeth und ich stimme dem zu, dass man manchmal den Blick eines kleinen Kindes haben sollte – auch ich muss das lernen…
      Liebe Karin, Euch wünsche ich eine besinnliche Adventszeit mit Natalie und Jana ganz fest im Herzen!!
      Ich denke so oft an Euch, denn Ihr habt tiefe spuren in meinem Herzen hinterlassen!!
      Ganz liebe Grüße
      Katja

  5. Liebe Karin!
    Ich wünsche euch, dass diese Weihnachten strahlend und zauberhaft sind.
    Ich denk an euch.
    Herzlich
    Barbara

  6. das ist jaaa soooooooooo… traurig.

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