Weil die Zeit nicht fassbar ist


2 Monate und 2 Tage, exakt 9 Wochen, mittlerweile 63 Tage und in Summe über 1.500 Stunden ist Jana nicht mehr bei uns. Nicht mehr so, wie sie es vorher war.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden, nein, vielmehr lehrt sie uns, mit dem Unfassbaren umzugehen. Was sie uns jedoch nicht lehrt, ist das Verständnis für Zeit und Raum. Manchmal scheinen die letzten 2 Monate verschleiert, surreal, unecht. Dann wieder realistischer als die Zeit zuvor. Das Leben geht weiter, ja, doch in vielen Augenblicken nehme ich es lediglich als Betrachter wahr, fühle mich mehr als Statist denn als Protagonist.

Das Jana nun nicht mehr bei mir ist, ich sie nicht halten, geschweige denn mir ihr kuscheln kann, kann ich noch immer nicht verstehen. Vielleicht werde ich es nie. Vielleicht aber fühlt es sich irgendwann „normal“ an.

Ich weine nicht jeden Tag um sie. Ich bin nicht gelähmt und meist recht aktiv. Ich arbeite, treffe Freunde, denke an die Zukunft und spüre dabei die Vergangenheit. Doch immer wieder vermischt sich alles. Gestern und heute und morgen – alles wird eins. Minuten werden zu Stunden, die letzten 2 Monate zu Sekunden. Aus lang wird kurz und kurz wird ewig. Das Unfassbare ist nun mal nicht fassbar, genauso wenig wie die Zeit. Und daher kann die Zeit als solches auch nichts heilen. Wir können nur jeden Tag aufs Neue lernen, mit unseren Aufgaben zu wachsen. Zu begreifen. Zu verstehen. Sie annehmen.

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7 Antworten to “Weil die Zeit nicht fassbar ist”

  1. Ja, ich verstehe wie Du es meinst. Deshalb ist man ja von einer Sekunde auf die Andere im Gedanken in der Vergangenheit. Kannst Du Dich erinnern? Ich bin dann mit jemanden verbunden, der nicht mehr so da ist. Und dann sind die Gefühle und das Traurige und das „ich will/kann es nich glauben“ ganz intensiv da. Und dann rede mal drüber, wenn der Gegenüber gedanklich in einer anderen Jetztzeit ist! Ich versteh es ja, dass andere da dann nicht mitkommen, oder nicht schon wieder wollen, oder ist es noch nicht besser…sagen. In dem Moment ist es unfassbar schlimm. Und die Zeit ist so als ob die Jahre nur Sekunden waren. Nein, bei mir heilt Zeit keine Wunden. Immer wieder sind die gefühlten Momente verändert. Mal leicht, mal ganz traurig, mal schon sehr verschleiert und dann wieder ganz klar.
    Ich habe gelernt, damit zu leben. Mein Robert spricht oft aus heiterem Himmel über z.B. den Opa. Und die Gespräche sind dann so, als ob der Opa nur mal eben die Räume gewechselt hat. Für Robert sind die Menschen auf der Erde mit den Menschen im Himmel EINS. Er malt ein Bild für mich, und ich soll ein Bild für meine Mama malen, sie hat doch auch Muttertag.
    Er will wirklich die Gräber besuchen, und freut sich da sehr drüber und erzählt dort, als ob es der gleiche DASEINSZUSTAND ist. Ich wünsche ihm, das es so bleibt.
    Viele liebe Grüße
    Elisabeth

  2. Im Ver – liebtsein wird die Zeit zum Raum, so habe ich es erlebt;
    jeder Ort zum Überall.

  3. Karin Says:

    Liebe Karin,
    Zeit ist relativ, Liebe ist unendlich …. und die Mutterliebe etwas ganz besonderes und einzigartiges.
    Danke für deinen Blog und deine offenen Gedanken. Ich habe so viel von dir gelernt im den letzten 1 1/2 Jahren und ziehe den Hut vor dir wie du all das gemeistert hast und immer noch meisterst.
    Alles, alles Liebe
    Karin

  4. Doris Says:

    Liebe Jana,

    jeden Tag denk ich an dich, seh dein hübschen Gesicht, vergess dich nicht, es laufen Tränen über mein Gesicht……

  5. Happy birthday Jana. Feier schön!

    Euch lieben Eltern wünsche ich einen schönen Tag, wenn dieser auch bestimmt schwer ist, hoffe ich, daß Ihr viele schöne Bilder von Jana in erinnerung habt und diese heute auch lebending lassen werden könnt.

    Liebe Grüße

  6. Liebe Karin
    ich hoffe, dass Du spürst, dass Du heute nicht allein bist.
    Ich möchte Deinem Käfer im Himmel „Alles Gute“ wünschen.
    Ich wünsche Dir, dass Jana ganz nah ist, dass Du spüren kannst.
    Ich habe letztes Wochenende ein paar Blümchen in die Donau geworfen. Für Jana, für Dich. Linz bei Nacht hat durch Dich eine völlig neue Ausstrahlung auf mich. Es ist so in mir, dass ich kein Foto machen möchte. Die Lichter in der Nacht, sind für mich zum Zauber der Kl.Jana geworden.
    Ein leises Servus
    und ein Bussi in den Himmel für Jana
    Elisabeth

  7. Liebe Karin!

    Heute muss ein ganz besonderer Tag für Dich sein. Besonders schön und besonders traurig…Ich denke oft an euch, hoffe, dass Du es nicht allzu schwer hast…und weiß doch, dass es ein furchtbar schwieriger Weg ist, den Du und Dein Mann gehen müßt.

    Ich umarm Dich ganz sanft, wenn ich darf.
    Barbara

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