Leerer Schmerz


Seit einigen Tagen überkommt mich immer wieder eine unglaubliche Welle. Ein Gefühls-Tsunami, der mich mitreißt und mir die Luft zum Atmen nimmt. Gedanken, Erinnerungen, Liebe, Wut und Hoffnung werden in ihm durcheinander gewirbelt und vermischt. Tränen fließen in unendlichen Strömen. Alles kommt hoch um nach einiger Zeit wieder in einer unendlichen Leere zu verschwinden.

Diese Leere füllt derzeit meinen ganzen Tag und schafft keinen Raum für Abwehrkräfte. Keine Rettungsweste, die mich vor dem nächsten Tsunami zumindest ein wenig schützen könnte. Diese Leere beinhaltet keine Trauer, keine Tränen, keine Hoffnng, keine Liebe, noch nicht mal Wut. Dieser Zustand ist einfach nur leer. Ob dies nun der große Hammer ist, auf den ich gewartet habe? Ich weiß es nicht.

Doch diese Leere, dieser Schmerz, dieser leere Schmerz in mir macht das Zusammenleben nicht leichter. Katapultiert er mich doch in eine ganz andere Welt, eine leere Welt in der nichts Platz zu haben scheint. Wir trauern so unterschiedlich und doch so gleich, getrennt durch diese große Leere in mir.

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14 Antworten to “Leerer Schmerz”

  1. Barbara Says:

    Mir tut das in der Seele so weh, würde so gern ändern können, was unabänderlich ist

    Verlang nicht zuviel von Dir, alles geht seinen Weg…vertrau darauf, du wirst diese Leere wieder füllen können,…mit Erinnerungen, neuen Wegen, die zu beschreiten sind.

    Jana ist bei Dir, so wie Du bei ihr warst. Mit wahrlich unendlicher Liebe beschützt sie Dich, diese große Seele, die sie ist.

    Es fehlen einfach die Worte, ich will nur, dass Du weißt, dass hier viele an Dich denken, mit Dir fühlen.

    Fühl Dich umarmt und getröstet und gehalten.

    Barbara

  2. Elisabeth Janus-S. Says:

    Ach, was kann man Euch nur sagen, wünschen?
    Ich hab gerade Deinen Post „Über den Moment hinaus denken „gelesen. Da spürt man Deine Liebe zu ihm.
    Ich wünsche Euch ein Zusammen-Trauern. Aber auch Momente, die jeder allein sein darf, soll, will. Ich wünsche Euch dann ein wieder Aufeinander-Zugehen. Ein Festhalten aneinander, ein Loslassen und dann wieder Schritte in die Zukunft (mit Jana immer dabei). Eine Zukunft in der Lachen, Freude, Leben zwischen den Tränen entsteht.
    Liebe Karin, bitte überfordere Dich nicht. Halte Dein Gesicht in die warme Frühlingsonne, hör und spür die Natur…träum dabei…für Dich. Lass Dir Zeit, lass ihm Zeit.
    Elisabeth

  3. Liebe Karin
    Auf einer Geige kann ich (ich kann’s nicht, aber die Geigenspieler) traurige und fröhliche Melodien spielen. Wenn ich aber an den Wirbeln drehe und die Saiten nicht mehr gespannt sind, dann kann ich gar keine Töne mehr der Geige entlocken. Ähnlich ist das auch mit unserer Seele. Wenn es einfach zu viel geworden ist, dann entspannen sich die „Seelensaiten“ und die große Leere kommt. – Auch wenn es schwer auszuhalten ist, udn vor allem: wenn man das als neue Erfahrung erlebt, dann wirkt es erschreckend oder zumindest beunruhigend. Doch es ist „nichts anderes“ als ein Überlastungsschutz der Seele. So ähnlich, wie wenn im Haus die Hauptsicherung rausfliegt. Dann geht auch kein elektrisches Gerät mehr, obwohl sie alle ganz sind. Und wenn sich die Seele dann erholt hat, dann kommt als erstes der Schmerz wieder (wie früher im Winter, wenn wir als Kinder zu lange draußen waren und die Hände unterkühlt waren. Wenn ich dann ins Warme kam und das Blut zurückkehrte in die Hände, dann bekam ich einen „Kribbel“ – das war richtig schmerzhaft. – So ähnlich reagiert unsere Seele auch.
    Das Traurige: Ich kann es keinem anderen abnehmen. Da „muss“ jeder Trauernde allein durch. Und doch ist es wichtig, sich darin nicht als allein und einsam zu erleben. – Ich versuche, so gut es geht – aus der Ferne mit durch den Schmerz und die Leere zu gehen.
    Elmar

  4. atemzuege Says:

    Lieber Pater Elmar, liebe Barabara, liebe Elisabeth,

    das Schlimmste in den letzten Wochen für mich war eben genau diese Leere – dieses sich so leer fühlen ohne dabei den Schmerz wahrzunehmen. Ich hatte schon sehr an mir gezweifelt. Mich gefragt, ob ich zur Trauer überhaupt fähig bin. Habe sie gesucht, die Tränen, die Traurigkeit und zu guter Letzt eben auch den Schmerz. Nun holt er mich immer öfter ein. Die Abstände scheinen kürzer zu werden. Waren es zuerst noch etliche Tage, sind es nun 2 oder 3 Tage bis zur nächsten Welle, mal auch nur 1 Tag.

    Ich war immer ein lebensfroher Mensch, habe durch Jana noch mehr zum Leben gehalten, es genossen und bewusster gelebt denn je -mit ihr. Doch dieses Leersein erschreckte und beunruhigte mich wirklich sehr! Nun suche ich sie so sehr, meine kleine Prinzessin, die MIR in ihrer allerschwersten Zeit Kraft gab. Ich finde sie in meinem Herzen, immer und immer wieder. Ich rede mit ihr, so wie immer, fühle sie und die Liebe – und dann wieder den Schmerz.

    Als ich Jana in den kleinen Sarg legte schluchzte ich noch „Mäuschen, ich versuche nicht all zu traurig zu sein. Aber lass mir Zeit!“

    Die Zeit heilt keine Wunden, aber sie lernt uns, mit ihnen zu leben. Und ich weiß, ich werde wieder lachen, werde neues Leben begrüßen und werde einen Weg finden Freude und Trauer zu vereinen und die Leere wieder mit Liebe zu füllen.

    Danke Jana, dass du so lange bei mir warst!

  5. Liebe Karin

    In Deinem (¯`••´¯) (¯`••´¯)
    -:¦:- -:¦:- -:¦:- -•.¸(¯`••´¯)¸.•´
    -:¦:- -:¦:–:¦:–:¦:–:¦:•. ¸.•´
    -:¦:- -:¦:–:¦:–:¦:- wohnt ein Engel,
    aus Deinen Augen scheint sein Licht,
    -:¦:- -:¦:- -:¦:- -:¦:- -:¦:- -:¦:- :-@
    -:¦:- -:¦:- -:¦:- -:¦:- :-@
    -:¦:- -:¦:- :-@
    der Engel schützt Dich vor dem Dunkel,
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*.+*.+*.+*.+*
    und dass die Hoffnung nie zerbricht.
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*.+*.+*. :-*
    Auch wenn Dich manchmal Sorgen plagen,
    Du bist mit Ihnen nie allein,
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*..
    Du kannst dem Engel alles sagen,
    denn er wird immer bei Dir sein.
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*.+*.
    Die Freude wird er mit Dir teilen,
    er ist ganz nah‘ mit dir vereint.
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*.+*.
    Der Engel trägt Dich durch Dein Leben,
    im Glück, doch auch,
    wenn Deine Seele weint.
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.
    Bist Du mal traurig und verzweifelt,.
    der Engel schenkt Dir wieder Mut.
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.*.+*.+*.
    Glaube an Dein Licht im Herzen
    und alles wird am Ende gut
    *.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*.+*. :-*

    Ich hoffe diese Leere verwandelt sich in eine Fülle von
    Liebe zu Deiner kleinen Maus.

    Alles Liebe & Gute
    Kerstin

  6. In der Christengemeinschaft, der ich angehöre,
    werden in den Passionswochen vor Ostern
    zu Beginn und am Ende des Gottesdienstes
    diese Worte gesprochen:

    O Mensch: es ist leer
    die Stätte deines Herzens,
    Du hast verloren
    Den Geist, der dich wecket.
    Sehnsucht nach des Geistes
    Erweckung
    Wellt im Blute dir.
    Entbehrung durch des Geistes
    Verlust
    Wogt im Atem dir –
    Trauernde Erwartung
    Ist deines Bewusstseins Anteil.

    Jetzt, mit Beginn der Osterzeit, heißt es
    in diesen Eingangs- und Ausgangsworten:

    Das Grab ist leer
    Das Herz ist voll
    Wärme wandelt
    Des Herzens Schlag
    In frohlockende
    Heilende Kraft
    Deines Blutes Weben
    Ist Erfüllung
    Deines Atems Wogen
    Ist Geistestrost.
    Der Tröster deines Erdenseins
    Wandelt im Geiste
    Vor dir. (…)

    Ich lebe in der Suche,
    in der Dehnung des immer wieder leeren Herzens
    in Richtung, in Bewegung
    auf das „Herz voll…“ zu.

  7. Ich kann Dir leider nichts tröstendes sagen, weil ich nicht weiß, ob es etwas tröstendes gibt, auch kann ich aus keiner eigenen Erfahrung sprechen.

    Ich will Dir nur sagen, ich habe Jana und Dich nicht vergessen. Denke an Euch und schau immer wieder gerne bei Dir rein.

    Vielleicht gelangen diese Worte ja in die Leere.

    Sei lieb gedrückt.

    Liebe Grüße

  8. Liebe Karin
    die Leere wird mir zur Lehre, immer wieder.
    Worte habe ich keine, aber eine herzliche Umarmung, wenn du magst.
    Gabriela

  9. Liebe Karin!

    Du sollst nur wissen, dass man an Dich denkt.

    Barbara und Jonathan

  10. Ich wollte Dich nur wissen lassen, dass ich da war.
    Elisabeth

  11. Liebe Karin
    immer wieder sind meine Gedanken bei euch.
    Alles Liebe
    Gabriela

  12. Ich war heute hier bei Euch. Die Gedanken sind noch öfter bei Dir. Alles Gute Karin
    Elisabeth

  13. Meine Gedanken sind auch oft bei euch. Ich denke viel an dich. Herzliche Umarmung aus der Ferne.
    Diana

  14. Verspätet zum Muttertag wollte ich Dir eine Blume zukommen lassen:

    Wenn das hier im Farmular nicht klappt, Deine Blume findest Du auch hier:
    scarlettwm

    Liebe Grüße und sei ganz feste gedrückt!

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