Die ganze Welt ist ein Friedhof


Die ganze Erde, auf der wir leben, ist ein Friedhof. Ein immens großer Friedhof all dessen, was gewesen ist. Wenn wir anfangen würden zu graben, fänden wir überall zu Staub zerfallene Knochen, die Überreste des Lebenes. Millionen und Abermillionen Lebewesen. Und dennoch sind sie alle da. Wir laufen ständig über einen unendlich großen Friedhof. Das ist eigenartig, denn wir stellen uns Friedhöfe immer wie Orte der Trauer vor, Orte des Leidens und der Tränen. Dieser immense Friedhof aber, die Erde, ist wunderschön! Mit all den Blumen, die darauf wachsen, mit all den Ameisen und Elefanten, die darüberlaufen.

Auch wenn es nicht meine Gedanken sind, finde ich sie wunderschön und sie haben mir schon über viele traurige Momente der letzten Monate hinweggeholfen. Die Passage ist aus dem Buch „Das Ende ist mein Anfang“. Es erzählt die Geschichte von Tiziano Terzani, einem italienischen Schriftsteller und Journalisten der seinem Sohn von seinem Leben erzählt.

Nichts im Universum geht verloren, alles entsteht aus allem und bleibt immer bestehen, selbst wenn sich die sichtbare Form verändert. Niemand weiß, warum sich die Atome zusammenschließen und uns Atmen lassen. Und niemand weiß, wer ihnen sagt, dass sie ihre Verbindung wieder lösen sollen, nachdem unser Atem versiegte.

Heute geht es mir nicht gut. Ich habe Angst vor Freitag, vor dem letzten Abschied. Kann teilweise kaum Atmen und der Schmerz scheint unerträglich. Doch zu wissen, dass Jana immer überall sein wird, gibt mir ein klein wenig Kraft zu hoffen, dass dieser Tag irgendwann vorübergeht.

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4 Antworten to “Die ganze Welt ist ein Friedhof”

  1. Martina Fackert Says:

    Liebe Karin!
    WIe oft habe ich still und tief bewegt Deine Homepage und Deine Beiträge bei Rehakids gelesen. Als Du in den letzten Wochen fast keine Beiträge mehr verfasst hast, befürchtete ich schon das Schlimmste.
    Das Jana nun tatsächlich nicht mehr bei Euch ist, ist selbst für mich als Aussenstehender unbegreiflich, macht mich traurig und demütig zugleich. Demütig, weil Du selbst jetzt in Deiner Trauer allein mit Deinen Worten unendlich viel Kraft spendest. Ohne es zu wissen, hast Du dies in den letzten Wochen immer wieder getan, als ich selbst am Boden erstört war und nicht weiter wusste. Unsere 5 Kinder haben alle ein Handicap, und unser Alltag ist selten leicht zu bewältigen. Aber wenn ich an Dich gedacht habe, bemerkte ich, wie nichtig meine Probleme wohl im Vergleich zu Deinem Schmerz sein müssen und das mein Selbstmitleid nicht angebracht ist. Dafür möchte ich Dir danken! Du bist ein ganz besonderer Mensch und warst für Jana die beste Mama, die man sich voestellen kann.
    Dir und Deinem Mann wünsche ich von Herzen, Menschen, die einfach da sind, mit Euch schweigen, zuhören, reden, Kraft geben und Euch EUREN Weg der Trauer gehen lassen. Alles Liebe, Martina.

  2. Ich habe deine heutigen Worte gelesen
    und grüße dich von Herzen.
    Stefanie

  3. Zeitlos Says:

    Liebe Karin, gerade habe ich dein Blog in einem Rutsch durchgelesen und möchte ehrlich sein: Mir fehlen die Worte. Deshalb möchte ich Dir und auch Janas Papa einfach mein Mitgefühl aussprechen. Am Freitag wird hier ein Licht für euch und Jana brennen. Liebe Grüße, Zeitlos

  4. Martina Fackert Says:

    Liebe Katrin, lieber Christoph,

    möge Euch die Liebe zueinander helfen, diesen letzten Abschied von Jana zu ertragen und anzunehmen. Die Erinnerungen werden sicher unendlich schmerzhaft sein, aber sie zeigen auch, welch schönes Leben Jana durch und mit Euch erleben durfte. Vielleicht sendet Euch Euer kleiner Engel Jana heute ein besonderes Zeichen aus dem Sternenkinderhimmel, damit Ihr sicher sein könnt, dass es ihr dort oben auch gut geht.

    Von Herzen alles Gute, Martina.

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