Morgen


Seit Janas Diagnose ist es mir kaum mehr passiert. Ich kann mich eigentlich gar nicht so recht daran erinnern, seit 16. Jänner 2009 überhaupt wieder irgendetwas auf „morgen“ verschoben zu haben. Nein, ich habe seitdem immer alles gleich gemacht. Ob es der Abwasch war, Staubwischen, eine Freundin anrufen von der ich schon lange nichts mehr hörte, mir ein Buch kaufen oder einfach meine Gedanken niederzuschreiben.

Nein, es gibt keinen Moment, an den ich mich bewusst erinnern kann in dem ich etwas auf „morgen“ verschob. Bis auf einen. Ein winzig kleiner Augenblick. Es war vorgestern. Jana lag gerade so süß neben mir und ich wollte sie einfach nur in den Arm nehmen. Hoch nehmen, sie an mich drücken, in ihrer unglaublich eigenwilligen Frisur stöbern und ihre kleinen Finger berühren. Wollte ihren Atem nicht nur sehen, sondern spüren, ihre Wärme wahrnehmen und ihr von meiner etwas abgeben. Doch ich zögerte. Verharrte einfach bei dem Anblick und verschob es dann doch auf morgen. Ich wollte sie nicht wecken.

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