Einsame Erinnerungen


Oft schon habe ich mich gefragt, wer sich außer mir eines Tages noch an Jana erinnern wird. Dann, wenn ihre Seele längst ein neues Zuhause gefunden hat und sie nur mehr in meinem Herzen lebt. Wer wird diese Erinnerungen an sie mir mit teilen?

So viele Stunden verbringen nur wir beide gemeinsam, deutlich weniger gemeinsam mit Papa und nur sehr seltene zusammen mit Freunden. Zu wenig Zeit, zu viel Stress und zu große andere Probleme hindern viele daran, uns zu besuchen. So verbringen wir den Großteil der Zeit alleine. Und Janas Krankheit hindert mich daran, so wie früher überall im Doppelpack mit ihr zu erscheinen. Somit tristen wir oft ein gemeinsames, aber manchmal ein (für mich) wenig einsames Dasein.

Wer also wer wird eines Tages meine Erinnerungen an Jana mit mir teilen? Wer wird mit mir lachen über all die schönen Dinge die uns widerfahren sind? Und wer mit mir weinen, weil sie eine so dermaßen unendliche Lücke hinterlassen wird?

Wer außer mir wird sich daran erinnern, dass sie der wichtigste Teil in meinem Leben ist? Und wer wird sie in seinem Herzen tragen – außer mir?

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5 Antworten to “Einsame Erinnerungen”

  1. LIebe Mutter von Jana
    Die Zugriffe auf die Seite zeigen, dass doch viele Menschen vom Schicksal von Jana, das ja auch Ihr Schicksal ist, berührt sind. Irgenwie finde ich aber wenig Kommentare. Ist das eine Frage der Einstellungen der web-site? Habe ich da irgendwo noch kein Häkchen gesetzt, wo ich eines hätte setzen müssen? – Unabhängig davon würde ich mich einfach freuen, nachdem ich Sie ja im Sommer alle besuchen konnte, dass ich nicht über den „Umweg“ einer web-community sondern direkt von Ihnen Ihre mails bekomme. Sicher hat es einen großen Wert, für die eigenen Gefühle, Hoffnungen, Ängste, Leiden, Verzweiflungsmomente, Einsamkeiten/Zweisamkeiten überhaupt einen Ausdruck zu finden – selbst wenn es niemand lesen würde. Indem ich das Monster benennen kann, kann ich in etwa und hin und wieder doch ein bisschen kritische Distanz zu diesem Monster gewinnen, die einem die lebensnotwendigen Freiräume ermöglicht, die man trotz aller symbiotischen Verbindung zwischen Mutter und Kind doch auch irgendwie braucht zum Atmen.
    Vielleicht tut es aber auch gut – ganz im Sinne der bangen Frage vom Titel – wenn Sie die Einblicke in Ihr Herz einem anderen Herzen anvertrauen können, denn dann wird aus dem Loslassen ein Herschenken. Und das tut meistens gut.
    Pater Elmar Busse

  2. Janas Mama Says:

    Lieber Pater Elmar Busse,

    schon Ihre erste Nachricht hat mich zu Tränen gerührt – genau wie diese. Gerade jetzt zu den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen ist mein Herz schwerer und oft auch betrübt. Heute vor genau einem Jahr hat unser Schicksal zum ersten Mal den Weg angedeutet, den wir zu beschreiten haben. Trotzdem siegte damals die Hoffnung.

    Diese Einblicke in mein Inneres zu gewähren, fällt mir im Augenblick ganz besonders schwer, da der Schmerz dadurch noch größer wird.

    Dinge, denen man einen Namen gibt, werden real. Und die Realität ist schmerzhafter als ein Traum, das gleiche gilt für Monster. Dennoch wünsche ich mir manchmal es zulassen zu können, es wahrnehmen zu können, es auszuhalten.

    Jana ist gekommen, um Liebe zu geben und nicht, um meine Trauer zu verteilen. Vielleicht muss ich einfach erst lernen sie loszulassen um ihren und meinen Schmerz zu lindern.

  3. Sei lieb umarmt,
    durch das Lsen hier habe ich Deine Jana schon ins Herz geschlossen und ich werde sie immer so erleben und erinnern, wie Du sie hier beschreibst.

    Eine sehr gute Freundin aus dem Großfamilienforum bekam ein Kind mit einem Extra Chromosom und hat einen Blog begonnen, um ihre Tochter vorzustellen. Dieses Jahr im Frühjahr ist sie verstorben. Im Blog wird die Trauer und die Erinnerung verarbeitet. Sie hat 500-600 Zugriffe pro Tag. Dabei ist sicherlich viel echte und ernste Anteilnahme. Auch Deine Tochter wird (virtuell) viele Herzen erobern. Deine Erinnerung wird nicht einsam sein.

    Sei lieb umarmt.

    Liebe Grüße von der Muschelsucherin

    PS http://aufeinanderzu.blogspot.com/

  4. … ich kann nur soviel sagen, das diese Kinder NIE vergessen sein werden!!!

    Ich bin Krankenschwester und habe auch ein sterbendes Kind begleitet, … ICH denke noch oft an den kleinen Jungen … und mir steigen jedes Mal die Tränen in die Augen!

    ♥liche Grüße, an Dich und den kleinen Stern,
    Pupe/Cornelia

  5. LIebe Mama von Jana
    Von Manuela habe ich erfahren, dass Euer kleiner Schatz seine Erdenzeit beendet hat in den Armen des Papas. Auch wenn damals nach der Diagnose, die wir ein Todesurteil wirkte, der baldige Tod unerbittliche Zukunft war, so ist es doch etwas ganz Anderes, sich auf etwas Zukünftiges einstellen zu müssen und dann es wirklich erleben und durchleiden zu müssen. Auch wenn Ihr Euch von der irdischen Hülle von Jana verabschieden müsst, so glaube ich doch an dieses Weiterleben des Persönlichkeitskerns (der Seele) und dass wir über den Tod hinaus in Kontakt bleiben können mit den Menschen, die wir lieben. Alle die Zeit und Zuwendung, die Ihr beide Jana aus Liebe geschenkt habt, ist nicht im Nichts untergegangen, sondern bleibt. Diese eigenartige Mischung aus Last und Liebe ist es letztlich, was Gewicht hat in unserem Leben.
    Ich denke an Euch
    Euer Elmar

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