Archiv für November, 2009

Ein paar Wünsche

Posted in Allgemein with tags , , , on 7. November 2009 by Karin Wess

Wenn ich einen Brief an’s Christkind schreiben könnte, hätte ich nicht viele Wünsche. Nur vielleicht das Jana nochmals die Sonne sehen kann, dass sie mich ein Mal noch anlächeln und in ein paar Wochen dann Weihnachtskekse naschen kann. Denn die Sonne hat sie das letzte Mal ziemlich zeitgleich mit ihrem letzten Lächen gesehen, am 24. Februar.

Doch egal, ob ich diesen Brief schreibe oder nicht, egal ob ich einen oder hunderte abschicke, all das wird nie passieren. All das dürfen wir nicht gemeinsam erleben. Was uns bleibt sind unvergessliche Momente und die Hoffnung, sie eines Tages wieder zu sehen. In meinen Träumen, in meinen Gedanken, zwischen den Sternen und vielleicht in einer anderen Welt, einem anderem Leben.

„Die Zeit vergeht so schnell“, höre ich die Menschen oft sagen. Doch was scheinbar schnell vergeht, ist lediglich unsere Erinnerung, das Festhalten all der kleinen wunderbaren Dinge die jedem von uns täglich passieren. Doch unser selbstgemachter Stress nimmt uns oft den Raum dafür. Es ist also Zeit, innezuhalten, sich umzusehen und das Leben bewusster zu leben. Niemand von uns weiß, wie viele Sekunden uns noch zur Verfügung stehen.Jana, 30. November 2008

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Nacht der Lichter

Posted in Allgemein with tags , , , on 2. November 2009 by Karin Wess

Städte bei Nacht haben einen ganz besonderen Reiz, vor allem wenn man die Möglichkeit hat, sie von oben zu betrachten. Diesen Anblick genieße ich jedes Mal, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch war und wieder nach Hause fahre. Denn obwohl sie nur wenige Kilometer entfernt wohnen, liegt doch ein Höhenunterschied von ca. 400 Metern zwischen uns. Darum beschert mir die Heimfahrt immer wieder einen Blick auf das tiefer liegende „Linz bei Nacht“.

Doch gestern Abend war etwas anders. Mein Blick galt nicht der Stadt, sondern einem kleinem Friedhof an dem ich jedesmal vorbei fahre. Die schützende Mauer die ihn umgibt, gibt dennoch den Blick auf die Gräber frei während man weiter bergab fährt.

LichtermeerOft schon fuhr ich mit schwerem Herzen an diesem kleinen Friedhof vorbei und machte mir Gedanken über Janas Begräbis. Und gestern dann strahlte mich dieses kleine Fleckchen Erde an. Es funkelten dutzende kleiner roter Lichter. Jedes Grab hatte sein eigenes. Ein Meer der Liebe und der Hoffnung, ruhig und friedlich. Mit Tränen in den Augen und Jana am Rücksitz fuhr ich weiter – den Anblick dieses kleinen Lichtermeeres weiterhin vor meinen Augen.

Über den Moment hinaus denken

Posted in Allgemein with tags , , , , , on 1. November 2009 by Karin Wess

Meine Beziehung ist großartig, wunderschön – ja, sogar kitschig! Der Liebe wegen bin ich – auf den Tag genau vor 4 Jahren – aus Wien weggezogen, habe den Job gewechselt, mich in einer neuen Stadt eingelebt und bin endlich zu Hause angekommen. Ja, meine Beziehung ist das, wovon ich immer geträumt habe. Nach langer Suche hatte ich sie gefunden: die wahre Liebe.

Doch Janas Krankheit zehrt an unserem Vorrat an schönen Tagen die uns zur Verfügung stehen, sie zerrt an der Liebe und drängt sich oft zwischen uns. Mal kommt der Müll dazwischen, mal die Waschmaschine. Kleinigkeiten, die bis jetzt bei uns Anlass zum Blödeln waren, geben nun Anlass zum Streit.

Und dennoch… er ist der Mann in meinem Leben, den ich nicht missen möchte. Er ist der jenige, mit dem ich (noch immer) alt werden möchte, und er ist derjenige der das selbe Leid auf so unterschiedliche Art erlebt wie ich.

Die Verletzungen die gerade zwischen uns geschehen, tun zwar weh, aber sie sind vergänglich. Darum hilft es mir immer wieder daran zu denken, was Roman Braun in seinem Blog schreibt: „Über den Moment hinaus denken: Das hilft in schlimmen Momenten, weil es an ihre Vergänglichkeit erinnert, und es hilft in den besten Momenten aus dem gleichen Grund.“